Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Kultur
01.11.2021

Diskussion zu Wünschen und ihrer Umsetzung

(v.l.) Ralph Horat, Moderatorin Giulia Staub, Andreas Krafft und Anna Graber diskutierten im Vögele Kulturzentrum anlässlich der Ausstellung «unMöglich? Über die Kraft unserer Wünsche» über das Thema «Was wünscht sich die Schweiz?»
(v.l.) Ralph Horat, Moderatorin Giulia Staub, Andreas Krafft und Anna Graber diskutierten im Vögele Kulturzentrum anlässlich der Ausstellung «unMöglich? Über die Kraft unserer Wünsche» über das Thema «Was wünscht sich die Schweiz?» Bild: Franziska Kohler
Anna Graber und Andreas Krafft sammeln Hoffnungen, Wünsche und Visionen der Bevölkerung. Ralph Horat hat ein Projekt initiiert, das ermöglichen soll, politische, soziale und technische Visionen in der Praxis zu testen.

Wenn jemand weiss, was sich die Schweizer Bevölkerung wünscht, dann der St. Galler Betriebswirt und Hoffnungsforscher Andreas Krafft. Seit 10 Jahren ist er Leiter des internationalen Forschungsnetzwerkes des Hoffnungsbarometers und fragt mit einer breit angelegten Umfrage weltweit Menschen, worauf sie hoffen und was sie tun, damit sich dies erfüllt.

Gesundheit an oberster Stelle

«Ganz oben auf der Liste steht in der Schweiz seit jeher die Gesundheit», erklärt er an der Podiumsdiskussion «Was wünscht sich die Schweiz?». Diese fand am Donnerstag im Rahmen der Ausstellung «unMöglich? Über die Kraft unserer Wünsche» im Vögele Kulturzentrum in Pfäffikon statt. Giulia Staub von Radio Zürichsee moderierte die angeregte Diskussion. 

Auch eine intakte, glückliche Familie oder Harmonie im Leben stehen prominent auf Andreas Kraffts Liste. Gefolgt vom Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit. «Geld steht meistens unten auf der Liste», ergänzt er. Zwar brauche es Geld zum Leben, aber es sei kein Herzenswunsch. Vielmehr treibt der Wunsch nach einer sinnstiftenden Aufgabe die Menschen um.

Auch würden rund 80 Prozent der Befragten Szenarien einer naturbezogenen, solidarischen Lebenswelt bevorzugen – vor einer leistungsbetonten Wohlstandsgesellschaft. Andreas Krafft stellt die Beobachtung in die Runde, dass für viele Menschen eine Kluft besteht zwischen dem, was sie sich wünschen und was sie für umsetzbar halten. 

Kartographie der Wünsche

Auch die Zürcher Künstlerin Anna Graber erforscht seit rund 10 Jahren die Wünsche der Bevölkerung. Mit ihrem mobilen «Café des Visions» macht sie halt an Durchgangsorten, wie diesem Herbst auf dem Dorfplatz von Pfäffikon. Sie lädt mit der Frage «was wünschst du dir für diesen Ort?» zum Sinnieren und träumen ein. Die Antworten hält sie in einer Wunsch-Karte fest. 

Ein Dorf als lebendiges Labor

Die Projekt-Vision des Zürcher Betriebsökonomen Ralph Horat eines «Next Generation Village» fängt viele dieser Beobachtungen ein.  Gemeinsam mit politischen und privaten Partnern sollen die künftigen Pionier-Bewohnerinnen und Bewohner seines «experimentellen Dorfes der Zukunft» ihre Wünsche und Visionen auf ihre Umsetzbarkeit testen können.

Damit sollen sie auch auf drängende Themen der heutigen Zeit wie Energie, Ernährung, Mobilität und Ressourcen nachhaltig reagieren können und neue Möglichkeiten erschaffen. Neben technischen Innovationen wie zum Beispiel rezyklierbar Bauteile von Gebäuden aus dem 3D-Drucker, sollen auch neue gesellschaftliche Ideen zum Zuge kommen. So sind alternative Geldsysteme denkbar oder auch eine Gesellschaft, in der alle Grundbedürfnisse bedingungslos gedeckt werden», so Horat. 

 

Franziska Kohler