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26.11.2021

Corona-Demonstranten weigern sich WC-Kabinen zu bezahlen

Die Kundgebung am Turbinenplatz vom September 2020.
Die Kundgebung am Turbinenplatz vom September 2020. Bild: Keystone
Die Toi Toi AG wartet seit über einem Jahr auf die Bezahlung einer Rechnung vom Organisationskomitee einer Corona-Demonstration. Dieses bestellte 20 WC-Kabinen und bezahlte diese nie. Die Betroffenen mussten sich nun vor Gericht verantworten.

Natürlich braucht es bei einer grösseren Veranstaltung Toiletten – dies schreibt sogar das Gesetz vor. Das gilt also auch für Corona-Demonstrationen.

Im September 2020 lud die «Freiheitliche Bewegung Schweiz» zu einer Demonstration auf dem Turbinenplatz in Zürich. Deshalb ging bei der Toi Toi AG eine kurzfristige Anfrage für zehn WC-Kabinen ein. Gegenüber dem Onlineportal «Watson», erklärte Erika Koller, Mitglied der Geschäftsleitung der Toi Toi AG: «Wir haben einen Preis ausgemacht und die zehn WCs am nächsten Tag geliefert.»

Während man die Toiletten am nächsten Tag aufstellte, flatterte bereits das nächste Mail in den Posteingang: «Sie wollten zehn weitere Toiletten haben», erzählte Koller.

Zahlungsfristen verstrichen

Trotz dem Chaos lieferte Toi Toi. Am Tag der Demonstration standen 20 WC-Häuschen auf dem Turbinenplatz in Zürich. Die Rechnung betrug rund 3000 Franken, doch die Organisatoren bezahlten den Betrag bis heute nicht.

«Die Person, mit welcher wir Kontakt hatten, bat uns, die Rechnung einer anderen Person vom Organisationskomitee zu senden», sagte Koller gegenüber «Watson». Das sei gang und gäbe, also habe man sich nichts dabei gedacht und die Rechnung neu adressiert.

Die Frist für die Zahlung war bereits verstrichen, als sich die Toi Toi AG bei den involvierten Personen meldete und sie auf die offene Zahlung aufmerksam machen wollte. «Watson» schreibt dazu, dass sich niemand auf den Kontaktversuch gemeldet hatte.

Als der Fall dann zum Friedensrichter gelangte, liess sich auch der Verantwortliche blicken, so «Watson». Dieser trug keine Maske und zeigte kein Schuldbewusstsein. «Er sagte, er habe nichts damit zu tun und sein Kollege, welcher die Kabinen bestellt hat, solle bezahlen», schilderte Koller seine Aussagen.

Vom Friedensrichter zum Bezirksgericht

«Watson» berichtet weiter, dass die Aussprache beim Friedensrichter zu keinem Ergebnis führte. Erika Koller wollte dies aber nicht auf sich sitzen lassen. Mit Erfolg. Am 12. November 2021 kam der Fall vor das Bezirksgericht Höfe in Wollerau. Der Organisator erschien gemäss «Watson» erneut ohne Maske und wirkte zuversichtlich.

«Der Richter lachte, weil der Arzt, der ihm die Dispens ausgestellt hatte, eine bekannte Adresse sei dafür», sagte Koller gegenüber «Watson». «Der Richter gab mir zu verstehen, dass die Sache rechtlich klar sei.» Der Organisator kam in keiner der Mails vor, die die Toi Toi AG an die Organisatoren der Demonstration sendete. Jedoch gab das Bezirksgericht Koller Recht, dass die Toi Toi AG im guten Glauben geliefert hatte.

Wut und wenig Verständnis

Nun berichtet«Watson», dass Koller die Klage hat fallen lassen. «Wir könnten den Fall weiterziehen, aber es ist es mir nicht wert», erklärt sie. Sie sieht ein, dass es ihr Fehler war, keinen ordentlichen Vertrag aufgegleist zu haben.

Wütend ist sie trotzdem. In 21 Jahren im Beruf hat sie so etwas noch nie erlebt. «Klar, manchmal gibt es einen Zahlungsausfall, weil der Veranstalter pleite ist», erzählt sie «Watson». Dies ist hier aber klar nicht der Fall. Man drückt sich einfach vor der Rechnung. Sie versteht nicht wie man eine Kundgebung auf die Beine stellen kann und dann die Lieferanten nicht bezahlen will.

Redaktion March24 & Höfe24