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Wollerau
15.10.2021

Die riesigen Strommasten sind weg – freie Sicht für Wollerau

Auch für die Entfernung des tief verankerten Fundaments musste mit schwerem Baugeschütz aufgefahren werden.
Auch für die Entfernung des tief verankerten Fundaments musste mit schwerem Baugeschütz aufgefahren werden. Bild: Axpo
Die neuen Kabelleitungen im Boden sind bereits seit Juli in Betrieb. Nun ist auch der Grossteil der Freileitungsmasten abmontiert. Die Arbeiten dürften Ende Oktober beendet sein.

Plötzlich ging es schnell: In den letzten Wochen wurde ein Grossteil der Freileitungsmasten bei Wollerau abmontiert – nun herrscht freie Sicht. Dies bestätigt Monika Müller als Sprecherin der Axpo, die grosse Teile des überregionalen Verteilnetzes betreibt. Der Rückbau der Freileitungen und der Strommasten zwischen dem Autobahnanschluss Wollerau bis zur Kantonsgrenze beim Wäberzopf habe Anfang September begonnen, erklärt Müller.

Bemerkt hat dies die Öffentlichkeit vor allem, weil gewisse Arbeiten in der Nacht ausgeführt werden mussten. Vor allem der Mast mitten in der südlichen Autobahnausfahrt gegen das Quartier Roos hin war eine logistische Herausforderung, zumal der Verkehr auf der Autobahn A3 weiterhin fliessen musste. Dass ab Blatttunnel in Richtung Chur für einige Nächte eine Spur verengt werden musste, vermochte den Verkehr allerdings nur unwesentlich zu behindern.

Inzwischen seien rund zwei Drittel der insgesamt 20 Masten zurückgebaut, erklärt Monika Müller, die Leiterseile der Freileitung seien gar schon überall demontiert. Der letzte Schritt des Projekts könne voraussichtlich bis Ende Oktober abgeschlossen werden. Allerdings sei beim Rückbau der restlichen Masten und der Mastfundamente nicht mehr mit wesentlichen Einschränkungen für die Anwohnerinnen und Anwohner zu rechnen, insbesondere seien keine Strassensperrungen mehr erforderlich, verspricht die Axpo-Sprecherin. Dass die natürlich nicht sonderlich beliebten riesigen Strommasten überhaupt verschwinden konnten, ist der Erdverlegung der Hochspannungsleitungen zu verdanken. Angedacht war dieses Vorhaben bereits vor 24 Jahren, konkret wurde es ab dem Jahr 2009.

Der Mast wurde mitten im Autobahnanschluss Wollerau rückgebaut. Bild: Axpo

Nur noch eine Frage der Zeit

Als sich die Gemeinde Wollerau und schliesslich auch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger vor fünfJahren dazu entschlossen, 3,8 Millionen Franken an die fast 7 Millionen Franken Gesamtkosten beizusteuern, war das Verschwinden der «Monstermasten» nur noch eine Frage der Zeit (wir berichteten). Die beiden neuen Kabelleitungen im Gebiet Wollerau zwischen den Unterwerken Wädenswil und Einsiedeln sowie Wädenswil und Freienbach seien bereits seit Juli dieses Jahres in Betrieb, erklärt Monika Müller. Diese wurden wo immer möglich in gemeindeeigene Strassengrundstücke verlegt. Ein Umbau der Hochspannungsleitungen wurde überhaupt erst nötig, weil die Spannung des überregionalen Verteilnetzes der Axpo schrittweise von 50 auf 110 Kilovolt erhöht wird.

Die Bevölkerung dürfte diese technischen Details nur am Rande interessieren. Für sie stellt das «mastenfreie» Wollerau vor allem eine weitere Attraktivitätssteigerung für ihr Dorf dar.

Andreas Knobel, Redaktion March24 & Höfe24