Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Freienbach
17.05.2022
17.05.2022 17:31 Uhr

Rehkitzrettung aus den Lüften

Heute rückte der Jagdverein Höfe zur ersten Rehkitzrettungsaktion dieses Jahres aus.
Heute rückte der Jagdverein Höfe zur ersten Rehkitzrettungsaktion dieses Jahres aus. Bild: zvg
Eine Rehkitzrettungsaktion soll verhindern, dass die im hohen Feldgras versteckten Tiere von der Mähmaschine erfasst werden.

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, als Jäger und Hegeobmann Rolf Meister und sein Team sich zur Rehkitzrettung aufmachen. In den Höfen ist es die erste solche Aktion in diesem Jahr. Im Verlauf der nächsten Wochen werden aber noch weitere Einsätze dazukommen, denn mit der Setzzeit der Tiere beginnt auch die Heusaison.

Meister erklärt: «Das Reh und der Hase setzten ihre Jungen im Feld aus, um es vor Raubwild wie beispielsweise dem Fuchs zu schützen.» Zur Gefahr wird stattdessen jedoch der Mensch. Anders als früher wird nämlich nicht mehr von Hand geheut, sondern mit der Maschine – und da geht alles sehr viel schneller: «Da hat die Tiermutter keine Chance mehr, ihr Kind rechtzeitig zu retten.»

Rettungsaktion noch vor Sonnenaufgang

Um die Rehkitze vor dem Tod zu bewahren, bieten jeder der fünf Jagdvereine des Kantons eine «Rehkitzrettung» an. Dabei werden bei Tagesanbruch die Gebiete per Drohne abgeflogen. Ausgestattet ist das Fluggerät mit einer Wärmebildkamera, welche in den kühlen Morgenstunden das, gegenüber dem Boden, «warme» Tier erkennt. Finden die Retter ein Rehkitz, bringen sie es in Sicherheit. Dies, indem sie es wegtransportieren oder mit einer Kiste zudecken, sodass der Bauer seiner Arbeit nachgehen kann.

Felder in Freienbach und Pfäffikon abgesucht

Bereits um fünf Uhr steht das zehnköpfige Team auf der Wiese von Bauer Josef Häcki. Die Aktion kann losgehen. Gespannt beobachten alle Beteiligten wie Drohnenpilot Markus Indermaur das Fluggerät steigen lässt und per Kamera das Gebiet Schwerzi absucht. Gesichtet wird an diesem Morgen zwischen Freienbach und Pfäffikon jedoch kein junges Reh, lediglich ein Alttier wird entdeckt.

  • Markus Indermaur steuerte die Drohne mit der Wärmebildkamera über die Felder. Bild: zvg
    1 / 3
  • Gespannt schauten die Anwesenden sich die Aufnahmen an. Bild: zvg
    2 / 3
  • Gestartet wurde um fünf Uhr morgens. Bild: zvg
    3 / 3

Weiter geht es nach einer dreiviertel Stunde ins Gebiet Erli/Schwändi, oberhalb von Pfäffikon. Dort will Bauer Josef Betschart mit dem Mähen seiner zwei kleinen Wiesen beginnen. Gegen neun Uhr ist die Fläche abgeflogen – ein Rehkitz ist aber auch hier nirgends in Sicht. Das verwundert den Jäger allerdings nicht: «Es kommt immer auf die Höhenlage an», erklärt er.

Je höher sich die Rehmutter aufhält, umso später gebärt sie in der Regel das Junge – Meister spricht von einem Zeitraum von Anfang bis Mitte Juni. In den tieferen Lagen um den See herum beginne die Suche üblicherweise ab dem 20. Mai. «Doch sicher ist sicher, also schauen wir bei Bedarf auch früher nach.»

Rehkitzrettung – kostenlos und per Telefon vereinbar

Die Drohne, welche vom Kanton finanziert wurde, kommt erst seit letztem Jahr bei der Rettungsaktion zum Einsatz. Meister: «Zuvor sind wir die Felder zu Fuss abgelaufen. Das hat nicht nur viel länger gedauert, sondern es war auch viel schwieriger, die Tiere zu finden.»

Vor der maschinellen Hilfe seien jeweils vier bis fünf Rehkitze gefunden worden, mit der neuen Technik hätte man letztes Jahr jedoch elf Jungtiere ausfindig gemacht.

Der Jagdverein Höfe sowie die restlichen vier Jagdvereine des Kantons bieten diesen Service kostenlos an. «Dafür sind wir aber auf die Mitarbeit der Bauern angewiesen», so Meister.

Wer vor dem Mähen sicher gehen will, dass sich keine Jungtiere im Feld befinden, muss den Hegeobmann informieren, welcher das Team mobilisiert. In den Höfen ist dies Rolf Meister, Telefon 078 602 48 69. In der March ist Pascal Fischli, Telefon 079 852 34 48, zuständig.

Erika Unternährer, Redaktion March24 & Höfe24