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Kanton
11.05.2022
11.05.2022 14:47 Uhr

Frauen in den Exekutiven: Es liegt noch mehr drin

Der Vorstand des Frauennetzes Schwyz – hier während des  20. Jubiläums.
Der Vorstand des Frauennetzes Schwyz – hier während des 20. Jubiläums. Bild: Erika Unternährer
Eine Analyse des Frauennetzes Kanton Schwyz zeigt: Die Anzahl Frauen in den Gemeinde- und Bezirksexekutiven steigt an – wenn auch langsam. Dieser Trend dürfte sich auch mit den bevorstehenden Wahlen fortsetzen. Dennoch gibt es in Ausserschwyz drei Gemeinden ohne Frauen in der Exekutive.

1972 wurde im Kanton Schwyz das kantonale und kommunale Frauenstimmund -wahlrecht eingeführt. Seither gestalten Frauen die Gemeinde- und Bezirkspolitik aktiv mit. In den vergangenen 50 Jahren nahm gemäss Frauennetz Kanton Schwyz der Frauenanteil in den kommunalen Exekutiven stetig zu und ist aktuell so hoch wie noch nie. Aktuell sind im ganzen Kanton 47 Frauen in den Gemeinden und Bezirken tätig.

«Es liegt noch mehr drin»

«Diese Entwicklung ist erfreulich, aber es liegt noch mehr drin», sagt Diana de Feminis, Präsidentin des Frauennetzes Kanton Schwyz. «Die Lebensläufe von Frauen sehen für gewöhnlich anders aus als diejenigen von Männern. Es sei wichtig, dass in den Exekutiven eine unterschiedliche Denkart und vielfältige Sichtweisen eingebracht werden, damit nachhaltige, breit abgestützte Lösungen für alle Bürgerinnen und Bürger erarbeitet werden können.» Ein Amt in einer Gemeinde oder einem Bezirk zu übernehmen, sei eine grosse Chance und eine spannende Erfahrung, so de Feminis, die seit 2021 selber als Kantonsrätin aktiv ist. 

Drei Gemeinden frauenlos

Am Sonntag finden im Kanton Schwyz Gemeinde- und Bezirksratswahlen statt. Insgesamt treten in Inner- und Ausserschwyz 43 amtierende Lokalpolitikerinnen und -politiker zurück, davon fünf Frauen. Gleichzeitig stellen sich 40 Frauen für ein Amt im Gemeinde- oder Bezirksrat zur Wahl: 27 Bisherige und 13 Neue. Die Gemeinden Sattel, Oberiberg, Unteriberg, Lauerz, Einsiedeln, Reichenburg und Wollerau dürften künftig weiblicher sein. Anders in der Gemeinde Schwyz: Dort wird der Frauenanteil sinken. Altendorf und Galgenen bleiben auch nach den Erneuerungswahlen weiterhin frauenlos. In Altendorf sitzt seit 2014 keine Frau mehr im Gemeinderat, in Galgenen seit 2018. In der Gemeinde Reichenburg, die seit 2016 keine Frau mehr in der Exekutive aufweist, kandidieren zwei Frauen für die beiden frei werdenden Gemeinderatssitze.

Zahl der Frauen im Gemeindepräsidium rückläufig

In drei Gemeinden tritt der Gemeindepräsident zurück. In ihre Fussstapfen treten wiederum Männer, es kandidieren keine Frauen. Von 2020 bis 2022 gab es drei Gemeindepräsidentinnen: Irène May in Ingenbohl, Maria Christen in Muotathal und Gabriela Luternauer in Lauerz. May und Christen treten wieder an, ihre Kandidatur ist unbestritten. In Lauerz und Alpthal ist das Gemeindepräsidium vakant, es gibt bislang keine Kandidatur. Sollte sich dort eine Frau für eine Kandidatur zur Verfügung stellen und gewählt werden, gäbe es neu vier Gemeindepräsidentinnen, andernfalls noch zwei. Von 2000 bis 2004 gab es im Kanton Schwyz rekordhohe sieben Gemeindepräsidentinnen.

Vom Säckelmeisteramt treten sieben Männer zurück. Es kandidieren neu zwei Frauen, wobei sich eine von ihnen einer Kampfwahl gegen einen Mann stellen muss. In den Gemeinden Lauerz und Alpthal kandidiert niemand für das Säckelmeisteramt. Würden diese beiden Posten mit Frauen besetzt, hätte der Kanton Schwyz so viele Säckelmeisterinnen wie noch nie. Aktuell besetzen sechs Frauen das Säckelmeisteramt. Alle treten wieder an, ihre Wiederwahl ist unbestritten.

Keine Bezirkssäckelmeisterin

In den Bezirken sind der Rücktritt eines Bezirksammanns sowie von zwei Säckelmeistern zu verzeichnen. Es kandidieren keine Frauen für diese drei Posten. Damit dürfte die Bisherige Yolanda Fumagalli im Bezirk Höfe auch in der nächsten Legislatur die einzige Frau Bezirksammann bleiben. Im Kanton Schwyz kam es bisher noch nie vor, dass zwei oder mehr Frauen gleichzeitig das Amt des Bezirkspräsidiums bekleideten. Wie bereits von 2020 bis 2022 wird es auch künftig in keinem Bezirk eine Säckelmeisterin geben. Anders in den Jahren 2000 bis 2006: Damals konnten zwei Bezirke gleichzeitig eine Säckelmeisterin ausweisen.

Redaktion Höfe 24 und March24